Review: Ku'damm 63
Hinter dem schönen Schein von bunter Kleidung und Lippenstift steckt ein tiefer Wunsch nach Freiheit. Es ist ein Kampf gegen das Schweigen und gegen alte Regeln, die endlich verschwinden sollen. Die Serie führt uns zurück in das West-Berlin des Jahres 1963. In dieser Zeit treffen strenge Vorschriften auf den mutigen Wunsch nach Veränderung. Die Geschichte der Familie Schöllack geht weiter (Ku’damm 56 und Ku’damm 59) und zeigt uns eine Welt, die zwischen gestern und morgen feststeckt. Während draußen auf dem Ku’damm alles modern wirkt, gibt es in der Tanzschule Galant großen Streit hinter den Kulissen.
Man fühlt beim Zuschauen richtig mit, besonders bei den drei Schwestern. Sie suchen ihren Platz in einer Welt, die Frauen damals noch sehr wenig erlaubte. Jede der drei hat ihren eigenen Kampf. Eine will Beruf und Kinder unter einen Hut bringen, eine andere möchte aus einer unglücklichen Ehe ausbrechen und die dritte kämpft für ihre wahre Liebe gegen alle Vorurteile. Die Serie schafft es gut, diese persönlichen Sorgen mit der echten Geschichte zu verbinden, zum Beispiel mit dem berühmten Besuch des amerikanischen Präsidenten Kennedy in Berlin.
Besonders wichtig ist auch die Beziehung der Schwestern zu ihrer Mutter. Die Mutter hält streng an den alten Werten fest. Sie muss aber miterleben, wie ihre Töchter sich immer mehr von ihren Vorstellungen entfernen. Die Gespräche sind oft hart und zeigen, wie gefühlskalt die Gesellschaft damals sein konnte. Gleichzeitig sieht die Serie toll aus. Die Mode und die Einrichtung passen genau in die 1960er Jahre und zeigen den Unterschied zwischen dem grauen Alltag und den bunten Träumen der jungen Leute.
Am Ende ist diese Staffel viel mehr als nur eine Reise in die Vergangenheit. Sie zeigt, wie schwierig es war, damals ehrlich und frei zu leben. Auch wenn manche Momente sehr dick aufgetragen sind, bleibt die Geschichte immer menschlich. Die Serie macht deutlich: Der Weg in ein modernes Leben war kein einfacher Schritt, sondern ein harter Kampf gegen die Schatten der Vergangenheit.