Review: Phanpy
Wer Mastodon nutzt, kennt das Problem: Die Standard-Weboberfläche ist funktional, wirkt aber oft überladen oder etwas altbacken. Hier kommt Phanpy ins Spiel – und es ist meiner Meinung nach nichts weniger als ein Gamechanger für das Fediverse.
Was macht Phanpy so besonders?
Das “Boosts Carousel”: Es ist eines meiner absoluten Lieblingsfeatures! Anstatt dass viele geteilte Beiträge hintereinander den Feed verstopfen, gruppiert Phanpy diese in einem eleganten, horizontalen Karussell. Das macht die Timeline unglaublich übersichtlich und rückt die Original-Beiträge der Leute, denen man folgt, wieder ins Rampenlicht.
Die “Catch-up”-Funktion: Wir alle kennen die FOMO. Die Catch-up-Funktion ist wie ein intelligenter Filter für die Zeit, in der man offline war. Sie präsentiert die Highlights in einem Interface, das eher an einen modernen E-Mail-Client erinnert – perfekt, um schnell den Überblick zu gewinnen, ohne endlos scrollen zu müssen.
Minimalismus mit Köpfchen: Phanpy nennt sich selbst “opinionated” (eigenwillig), und das im besten Sinne. Das Design ist extrem aufgeräumt, minimalistisch und fokussiert auf Lesbarkeit und Ästhetik. Es fühlt sich eher wie ein kuratierter Feed oder ein RSS-Reader an als wie ein klassischer Social Media Client.
Technische Brillanz: Als Web-App (PWA) fühlt es sich auf dem Smartphone fast wie eine native App an. Sie ist schnell, unterstützt mehrere Spalten für Power-User und bietet clevere Details wie das Einklappen von Hashtag-Wüsten.
Fazit: Phanpy ist für mich aktuell der Goldstandard unter den Mastodon-Clients. Es ist kostenlos, Open Source und beweist, dass man soziale Netzwerke auch ohne algorithmische Manipulation, dafür mit exzellentem User-Experience-Design, übersichtlich gestalten kann.
Wer Mastodon bisher “zu anstrengend” fand, sollte Phanpy unter phanpy.social unbedingt eine Chance geben. Ein riesiges Dankeschön an @cheeaun für dieses Meisterwerk!