Reviews by Nortix

4 stars
Stylischer Boxenstopp im Frankfurter Ostend de

Wer nach einer Unterkunft sucht, die den rauen Industrie-Charme Frankfurts mit modernem Komfort verbindet, ist meiner Meinung nach im the niu Coin Hotel im Frankfurter Ostende genau richtig. Die Atmosphäre am Empfang ist angenehm entspannt und hebt sich wohltuend von der oft steifen Anmutung klassischer Business-Hotels ab.


Zimmer im the niu Coin Hotel in Frankfurt am Main (Eigenes Werk. Lizenz: CC-BY-SA.

Die Zimmer bieten die übliche technische Ausstattung, ein schnelles WLAN und einem TV. Die Sauberkeit lässt keine Wünsche offen und die schallisolierten Fenster sorgen dafür, dass man trotz der belebten Lage im dynamischen Ostend von außen nichts hört. Leider sind die Zimmer untereinander nicht so gut isoliert. Toilettenspülungen waren in meinem Zimmer gut wahrnehmbar.


Frühstücksbereich im the niu Coin Hotel in Frankfurt am Main (Eigenes Werk. Lizenz: CC-BY-SA.

Ein echter Pluspunkt ist das Frühstücksbuffet, das durch Vielfalt und Frische überzeugt. Die Waren werden permanent nachgelegt und auch die Tische abgeräumt. Dabei agiert der Service stets wohltuend zurückhalten dun ruhig.

Insgesamt bietet das Hotel ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für einen Aufenthalt in der Gegend.


4 stars
Moderne Kleingartenkoloniekneipe de

Das Restaurant überzeugt durch eine herzliche Atmosphäre mitten in einer grünen Gartenkolonie, die sowohl im Sommer auf der Terrasse als auch im gemütlichen Innenraum zum Verweilen einlädt. Durch die Lage bedingt sich eine schlechte erreichbarkeit mit dem ÖPNV oder dem KFZ, hier ist einiges an Fußweg notwendig.


Vorpseise in der Lister Laube in Hannover (Eigenes Werk. Lizenz: CC-BY-SA.)

Das Essen war frisch zubereitet und schmackhaft, mit einer soliden Auswahl traditioneller deutscher Gerichte und saisonaler Akzente. Besonders gut gefallen haben mir die Vorspeisen und der Burger im albanischen Stil.


Burger in der Lister Laube in Hannover (Eigenes Werk. Lizenz: CC-BY-SA.)

Der Service war freundlich, aufmerksam und dabei angenehm unaufdringlich, was den Besuch sehr angenehm gemacht hat. Die Portionsgrößen sind so zufriedenstellend, dass man keinen Nachtisch einplanen sollte. Einziger kleiner Minuspunkt: Die chatoisch zusammengewürfelte Inneneinrichtung.

Insgesamt ist die Lister Laube ein guter Ort für ein entspanntes Essen mit guter Preis-Leistung – ich komme gerne wieder!


4 stars
Große Gefühle und offene Fragen de

Die neue Staffel über die Tanzschule Galant ist wieder sehr spannend. Die Geschichte vermischt wichtige Ereignisse aus der deutschen Geschichte mit den Erlebnissen der Familie Schöllack. Man bekommt einen tollen Eindruck von den späten 70er Jahren. Die Kleidung und die Kulissen passen perfekt zu dieser Zeit. Es ist interessant zu sehen, wie sich die Welt verändert und wie die Frauen der Familie damit umgehen. Die Serie ist gefühlvoll und zeigt sowohl schöne als auch traurige Momente. Manchmal ist die Geschichte etwas kompliziert, aber insgesamt macht es viel Spaß, zuzuschauen.

Im Vergleich zu den ersten drei Staffeln (Ku’damm 56, Ku’damm 59 und Ku’damm 63) ist die Serie nun etwas ernster geworden. In den ersten Jahren ging es vor allem darum, wie die Töchter gegen die strengen Regeln ihrer Mutter gekämpft haben und wie der Rock ’n’ Roll alles veränderte. Jetzt merkt man, dass die Personen älter geworden sind und über ihre langen Lebenswege nachdenken. Die fröhliche Stimmung vom Anfang ist nun einer gewissen Nachdenklichkeit gewichen, was aber gut zeigt, wie die Zeit vergeht. Die Serie bleibt ihrer Linie treu, auch wenn sich das Lebensgefühl seit den 50er Jahren stark verändert hat.

Das Ende der Staffel lässt viele Fragen offen. Man erfährt nicht, wie alles ausgeht, was ein wenig unzufrieden macht. Man kann selbst darüber nachdenken, wie es weitergehen könnte. Es fühlt sich so an, als ob die Geschichte noch nicht fertig erzählt ist. Das macht zwar neugierig auf eine Fortsetzung, lässt einen aber im ersten Moment etwas ratlos zurück.


5 stars
Aufbruch im Schatten der Berliner Mauer de

Hinter dem schönen Schein von bunter Kleidung und Lippenstift steckt ein tiefer Wunsch nach Freiheit. Es ist ein Kampf gegen das Schweigen und gegen alte Regeln, die endlich verschwinden sollen. Die Serie führt uns zurück in das West-Berlin des Jahres 1963. In dieser Zeit treffen strenge Vorschriften auf den mutigen Wunsch nach Veränderung. Die Geschichte der Familie Schöllack geht weiter (Ku’damm 56 und Ku’damm 59) und zeigt uns eine Welt, die zwischen gestern und morgen feststeckt. Während draußen auf dem Ku’damm alles modern wirkt, gibt es in der Tanzschule Galant großen Streit hinter den Kulissen.

Man fühlt beim Zuschauen richtig mit, besonders bei den drei Schwestern. Sie suchen ihren Platz in einer Welt, die Frauen damals noch sehr wenig erlaubte. Jede der drei hat ihren eigenen Kampf. Eine will Beruf und Kinder unter einen Hut bringen, eine andere möchte aus einer unglücklichen Ehe ausbrechen und die dritte kämpft für ihre wahre Liebe gegen alle Vorurteile. Die Serie schafft es gut, diese persönlichen Sorgen mit der echten Geschichte zu verbinden, zum Beispiel mit dem berühmten Besuch des amerikanischen Präsidenten Kennedy in Berlin.

Besonders wichtig ist auch die Beziehung der Schwestern zu ihrer Mutter. Die Mutter hält streng an den alten Werten fest. Sie muss aber miterleben, wie ihre Töchter sich immer mehr von ihren Vorstellungen entfernen. Die Gespräche sind oft hart und zeigen, wie gefühlskalt die Gesellschaft damals sein konnte. Gleichzeitig sieht die Serie toll aus. Die Mode und die Einrichtung passen genau in die 1960er Jahre und zeigen den Unterschied zwischen dem grauen Alltag und den bunten Träumen der jungen Leute.

Am Ende ist diese Staffel viel mehr als nur eine Reise in die Vergangenheit. Sie zeigt, wie schwierig es war, damals ehrlich und frei zu leben. Auch wenn manche Momente sehr dick aufgetragen sind, bleibt die Geschichte immer menschlich. Die Serie macht deutlich: Der Weg in ein modernes Leben war kein einfacher Schritt, sondern ein harter Kampf gegen die Schatten der Vergangenheit.


5 stars
Rock'n'Roll und Emanzipation de

Die Serie Ku’damm 59 spielt im Berlin der späten 1950er Jahre. Sie erzählt die Geschichte von drei Schwestern und ihrer strengen Mutter. Es ist die Fortsetzung der Serie Ku’damm 56. Die Handlung zeigt sehr gut, wie schwer es Frauen damals in Deutschland hatten.

Im Mittelpunkt steht die Tochter Monika. Sie möchte Musikerin sein und ihr Kind allein großziehen. Doch damals war das fast unmöglich: Männer durften fast alles bestimmen, und Frauen hatten ohne Erlaubnis kaum Rechte. Auch ihre Schwestern Helga und Eva haben es nicht leicht. Nach außen sieht ihr Leben perfekt aus, aber hinter der Fassade gibt es viel Unglück, Unterdrückung und Gewalt. Über allem wacht die Mutter, die mit aller Kraft versucht, die alten Traditionen und den guten Ruf der Familie zu schützen.

Die Serie ist optisch toll gemacht. Die Kleidung und die Kulissen sehen genau so aus wie früher. Man fühlt sich direkt in die Zeit zurückversetzt. Die Rollen sind sehr überzeugend dargestellt und zeigen tiefe Gefühle. Besonders mutig ist, dass die Serie auch schwierige Themen anspricht, über die man damals lieber geschwiegen hat.

Manchmal ist die Geschichte sehr emotional und dramatisch, fast wie eine Seifenoper. Aber genau das macht sie auch so fesselnd. Man lernt viel darüber, wie hart Frauen für die Freiheit kämpfen mussten, die heute normal ist. Wer gerne spannende Familiengeschichten mit historischem Hintergrund schaut, sollte sich Ku’damm 59 auf jeden Fall ansehen.


5 stars
Rock'n'Roll im Berlin der 1950er Jahre de

Ku’damm 56 ist weit mehr als nur ein nostalgisches Kostümdrama, denn die seProduktion wirft einen ungeschönten und fast klaustrophobischen Blick auf das Berlin des Jahres 1956. Es ist eine Zeit, in der die Trümmer der Häuser zwar weitgehend geräumt waren, die Trümmer in den Köpfen und Seelen der Menschen jedoch noch tief saßen.

Im Zentrum der Handlung steht die Tanzschule Galant als gesellschaftlicher Mikrokosmos, geleitet von der unterkühlten Mutter Schöllack. Ihr einziges Ziel ist es, ihre drei Töchter standesgemäß zu verheiraten und damit den sozialen Status der Familie zu sichern. Während Helga und Eva mühsam versuchen, diesen erdrückenden Erwartungen zu entsprechen, entwickelt sich die vermeintlich missratene Monika zum emotionalen Anker der Geschichte. Durch ihre Entdeckung des Rock ’n’ Roll bricht sie radikal aus dem Korsett aus Anstand, Gehorsam und dem bleiernen Verschweigen der deutschen Vergangenheit aus.

Die Serie besticht vor allem durch ihre authentische Atmosphäre, in der das erstklassige Szenenbild den harten Kontrast zwischen dem steifen Walzer-Takt und der wilden Energie der neuen Jugendkultur spürbar macht. Dabei zeichnet die Erzählung ein komplexes Bild ihrer Frauenfiguren und macht schmerzhaft deutlich, wie wenig juristische und gesellschaftliche Eigenständigkeit Frauen in den fünfziger Jahren tatsächlich besaßen. Es geht um den harten Kampf um Selbstbestimmung inmitten von unterdrückten Sehnsüchten und dem kollektiven Schweigen über die NS-Zeit. Die Vätergeneration wird hierbei als traumatisiert oder schuldig gezeichnet, während die Mütter versuchen, die bröckelnde Fassade um jeden Preis aufrechtzuerhalten.

Zwar rutscht die Inszenierung gelegentlich in melodramatische Gefilde ab, die an klassische Seifenopern erinnern, und manche Wendung wirkt für die dramatische Spannung etwas zu konstruiert. Dennoch bleibt die Serie ein packendes Gesellschaftsporträt, das zeigt, dass die vermeintlich gute alte Zeit für viele Menschen alles andere als glanzvoll war. Getragen von einem herausragenden Ensemble, bietet das Drama eine gelungene Mischung aus erstklassiger Unterhaltung und notwendiger historischer Reflexion. Insgesamt verdient das Werk damit eine starke Bewertung von vollen fünf Sternen.


CouchTimes de
5 stars
Tracking für Film- und Serienfreunde de

Ich mag diese App einfach. Warum? In aller Kürze: Die App ist komplett werbe- und trackingfrei, kostenlos, läuft sogar offline und benötigt nicht mal unbedingt einen Zugang zur iCloud. Letzteres verhindert dann die Synchronisation mit anderen Geräten und auch der Offline-Modus macht nur Sinn, wenn die entsprechenden Serien- oder Filmdaten vorher heruntergeladen wurden. Die Daten können exportiert oder von z.B. letterboxd importiert werden.

Die App selber nutze ich seit der Beta-Phase und bin über die Entwicklung dieses Projekts begeistert. Filme, Serien und Termine sind drin. Mehr benötigt es für mich nicht.

Wer für iOS eine sehr gute App in diesem Bereich sucht sollte unbedingt mal einen Blick auf CouchTimes werfen.


4 stars
Packende Action mit kleinen Schwächen in der Boxengasse de

Der Film F1 erweist sich als audiovisuelles Kraftpaket, das das Genre der Rennsportfilme technisch auf ein völlig neues Level hebt. Wer den Sport liebt, kommt hier voll auf seine Kosten, da der Film vor allem durch seine phänomenale Kameraarbeit besticht. Die Aufnahmen direkt aus dem Cockpit und unmittelbar vom Asphalt lassen den Zuschauer die enorme Geschwindigkeit und die physische Belastung der Fahrer fast am eigenen Leib spüren. Unterstützt wird diese visuelle Wucht durch ein exzellentes Sounddesign. Das Heulen der Motoren, das Kreischen der Reifen und die sonstigen Umgebungsgeräusche kommen kommen mit einer Surroundanlage am besten zur Geltung und sorgen dafür, dass eine absolut packende Atmosphäre entsteht.

Die Abläufe eines Rennwochenendes und die Dynamiken innerhalb des Fahrerlagers wirken zudem angenehm authentisch. Dennoch hat der Film kleine Schwächen in der Boxengasse: Die Handlung rund um den erfahrenen Veteranen, der ein junges Talent coacht, folgt sehr klassischen Hollywood-Mustern und setzt kaum neue Akzente. Im Mittelteil führt dies gelegentlich zu Längen, da die dramatischen Dialoge recht vorhersehbar bleiben.

Letztlich ist F1 zwar kein tiefgründiges Charakterdrama, aber als Erlebnis bleibt er ungeschlagen. Wer über die etwas klischeehafte Story hinwegsehen kann, erhält eines der intensivsten Kinoerlebnisse des Jahres.


5 stars
Der vielleicht eleganteste Weg, Mastodon zu erleben de

Wer Mastodon nutzt, kennt das Problem: Die Standard-Weboberfläche ist funktional, wirkt aber oft überladen oder etwas altbacken. Hier kommt Phanpy ins Spiel – und es ist meiner Meinung nach nichts weniger als ein Gamechanger für das Fediverse.

Was macht Phanpy so besonders?

Das “Boosts Carousel”: Es ist eines meiner absoluten Lieblingsfeatures! Anstatt dass viele geteilte Beiträge hintereinander den Feed verstopfen, gruppiert Phanpy diese in einem eleganten, horizontalen Karussell. Das macht die Timeline unglaublich übersichtlich und rückt die Original-Beiträge der Leute, denen man folgt, wieder ins Rampenlicht.

Die “Catch-up”-Funktion: Wir alle kennen die FOMO. Die Catch-up-Funktion ist wie ein intelligenter Filter für die Zeit, in der man offline war. Sie präsentiert die Highlights in einem Interface, das eher an einen modernen E-Mail-Client erinnert – perfekt, um schnell den Überblick zu gewinnen, ohne endlos scrollen zu müssen.

Minimalismus mit Köpfchen: Phanpy nennt sich selbst “opinionated” (eigenwillig), und das im besten Sinne. Das Design ist extrem aufgeräumt, minimalistisch und fokussiert auf Lesbarkeit und Ästhetik. Es fühlt sich eher wie ein kuratierter Feed oder ein RSS-Reader an als wie ein klassischer Social Media Client.

Technische Brillanz: Als Web-App (PWA) fühlt es sich auf dem Smartphone fast wie eine native App an. Sie ist schnell, unterstützt mehrere Spalten für Power-User und bietet clevere Details wie das Einklappen von Hashtag-Wüsten.

Fazit: Phanpy ist für mich aktuell der Goldstandard unter den Mastodon-Clients. Es ist kostenlos, Open Source und beweist, dass man soziale Netzwerke auch ohne algorithmische Manipulation, dafür mit exzellentem User-Experience-Design, übersichtlich gestalten kann.

Wer Mastodon bisher “zu anstrengend” fand, sollte Phanpy unter phanpy.social unbedingt eine Chance geben. Ein riesiges Dankeschön an @cheeaun für dieses Meisterwerk!


3 stars
Gutbürgerlich und touristisch de

In zweiter Reihe der Binnenalster liegt dieser Gasthof mitten in der Altstadt von Hamburg. Und diese gute Lage ist Fluch und Segen zugleich.

Durch die vielen umliegenden Firmen ist es mittags hier immer sehr voll und eine Reservierung ist ein Muss.

Die Speisekarte liest sich wie ein Kochbuch aus Omas Zeiten ist aber sehr schmackhaft.


Steak Rosario im Gasthaus an der Alster in Hamburg (Eigenes Werk. Lizenz: CC-BY-SA.)

Durch ein paar seltsame Dekorationsartikel im Speiseraum wirkt der Laden für mich ein bisschen wie ein Touristenhotspot. Und man muss auch die bisweilen sehr hohe Lautstärke im Laden mögen.